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"Es ist nie zu spät für ein Studium." – Klaus Derpmann, ein Absolvent des Masterstudiengangs "Versicherungsrecht", zieht Bilanz.

Wie fühlt es sich eigentlich an, nach jahrzehntelanger erfolgreicher Berufstätigkeit wieder die Schulbank zu drücken? Fällt das Lernen noch so leicht wie früher? Ist der Altersunterschied vielleicht zu groß? Wie reagieren Familie und Freunde auf diese Entscheidung? Klaus Derpmann, ein Absolvent des Masterstudiengangs "Versicherungsrecht", berichtet von Kindheitswünschen, Bauchschmerzen und einem ganz besonderen Erlebnis. Am Ende steht das Fazit: „Es ist nie zu spät für ein Studium“.

Herr Derpmann, Sie haben den Masterstudiengang "Versicherungsrecht" im Jahre 2015 erfolgreich abgeschlossen. Bei Studienbeginn waren Sie bereits mehr als 20 Jahre älter als der durchschnittliche Teilnehmer. Was hat Sie dazu bewogen, noch einmal ein Studium aufzunehmen?

Ich bin nun 59 Jahre alt, seit ca. 40 Jahren im Versicherungsaußendienst tätig und leite seit 30 Jahren eine LVM-Versicherungsagentur in Moers. Bereits in meiner Jugend war es aber mein Wunsch, Jura zu studieren. Diesen Wunsch konnte ich jedoch nicht umsetzen, da ich sehr früh eine Familie gegründet habe und mit dem Aufbau der Agentur beschäftigt war. Als meine Kinder schließlich erwachsen waren, habe ich mich an meinen Kindheitswunsch zurückerinnert. Mit 49 Jahren begann ich dann das Studium Wirtschaftsrecht, welches ich 2011 mit dem Abschluss als Dipl.-Wirtschaftsjurist beendete. Damit war es aber noch nicht genug! Durch Kommilitonen in Bochum erfuhr ich, dass die Westfälische Wilhelms-Universität in Münster einen Masterstudiengang im Versicherungsrecht anbietet. Mein Interesse war sehr groß und ich habe mich nach den Zulassungsvoraussetzungen erkundigt. Nach Einreichen meiner Unterlagen bekam ich eine Zusage und begann das Studium.

Wie haben Familie und Freunde auf die Nachricht reagiert, dass Sie noch einmal die Schulbank drücken möchten?

Auch wenn meine Familie nicht so wirklich nachvollziehen konnte, warum ich mir das noch antue, haben sie meine Entscheidung respektiert und mich während der ganzen Zeit unterstützt.

Wie war der Kontakt zu den anderen Teilnehmern des Studiengangs? Haben Sie sich gut aufgenommen gefühlt oder war der Altersunterschied zu groß?

Ich kann mich noch sehr gut an den ersten Tag bei der JurGrad erinnern. Wir waren eine Gruppe von ca. 25 Studenten, in der Altersgruppe von Mitte 20 bis Ende 30. Mit fast 55 Jahren war ich der Exot in dieser Gruppe. Hinzu kam noch, dass ich im Versicherungsaußendienst tätig bin, 90 % der Kommilitonen aber als Rechtsanwälte arbeiteten. In den ersten fünf Einführungstagen lernten wir uns kennen. Ich wurde von Anfang an in der Gruppe akzeptiert und gehörte trotz des Altersunterschieds dazu. Wir gründeten sogar eine WhatsApp-Gruppe und tauschten Informationen untereinander aus.

Was hat Ihnen am Studium besonders gefallen? Welche Momente sind Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?

Der Unterricht war für mich immer besonders interessant. Ich habe Hintergrundwissen erlangt zu Themen, mit denen ich in meinem Berufsleben täglich zu tun habe. Ein Tag bleibt mir aber ganz besonders in Erinnerung. Ich musste eine Klausur schreiben und wusste, dass ich an diesem Vormittag Opa werden würde. Ich habe die Klausuraufsicht darüber informiert und gefragt, ob ich zwischendurch auf mein Handy schauen dürfte. Das war so ein außergewöhnlicher Wunsch, dass man dem zustimmte. Tatsächlich bekam ich während der Klausur die gute Nachricht. Die Aufsicht und einige Kommilitonen freuten sich mit mir und gratulierten.

Es heißt ja, dass Lernen mit zunehmenden Alter nicht mehr so leicht fällt wie z. B. noch mit Mitte 20. Wie anstrengend war es, Familie, Beruf und das Studium unter einen Hut zu bringen?

Das komplette Studium war für mich ein ständiges Auf und Ab. Die größte Herausforderung aber waren die Klausuren! An diesen Tagen bin ich schon mit Bauchschmerzen aufgestanden, aus Angst zu versagen. Die Klausuren waren immer sehr anspruchsvoll und die Zeit für die Vorbereitung war wegen des Jobs nur begrenzt. Es gab immer wieder Momente, in denen ich an mir zweifelte und überlegte, mit dem Studium aufzuhören. Aber da gab es eine Person, die das nicht zulassen wollte: Frau Kirsten Schoofs. Heute bin ich ihr dafür sehr dankbar.

Hat sich die Teilnahme am Studiengang für Sie beruflich ausgezahlt? Würden Sie die Entscheidung zur Aufnahme des Studiums heute noch einmal treffen?

Rückblickend kann ich sagen, dass ich sehr froh bin, diesen Masterstudiengang belegt und abgeschlossen zu haben. Selbst ohne Abschluss wäre das erlangte Wissen in meinem Berufsleben eine große Bereicherung gewesen. Die Kunden profitierten von meinem Fachwissen in den unterschiedlichsten Vertrags- und Schadensangelegenheiten. Durch mein Studium konnte ich außerdem meinen Kundenkreis erweitern. Hierzu zählen u. a. große Firmen, Ärzte, Rechtsanwälte, Notare...

Welchen Tipp können Sie Interessierten mit auf den Weg geben, die die 50 vielleicht schon überschritten haben und sich nicht sicher sind, ob sie noch einmal studieren sollen?

Ich bin zu der Erkenntnis gekommen, dass es nie zu spät ist für ein Studium. Wichtig hierbei ist es nur, den Mut nicht zu verlieren, an sich zu glauben und Menschen zu haben, die hinter einem stehen und einen unterstützen.

Lieber Herr Derpmann, wir bedanken uns ganz herzlich für dieses Gespräch und wünschen Ihnen für die weitere Zukunft alles Gute!